Schnelleinsatzgruppe (SEG)

Was ist eine Schnelleinsatzgruppe?

Foto: T. Nyfeler / Digitalfotografie Nyfeler

Unter einer SchnellEinsatzGruppe (SEG) versteht man eine Gruppe aus medizinisch und technisch ausgebildeten Einsatzkräften. Diese Gruppen unterstützen den Rettungsdienst bei größeren Schadensfällen, bei einem Massenanfall von Verletzten unterhalb der Katastrophenschwelle und schließen dabei die Lücke zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz.
Die Notwendigkeit ergab sich aus der Struktur des Rettungsdienstes. Der Rettungsdienst ist primär auf Individualnotfälle ausgerichtet, bei größeren Schadensfällen ist bis in die frühen 90er Jahre oftmals eine Versorgungslücke aufgetreten, da Einheiten des Katastrophenschutzes für die Rettungsdienstunterstützung zu groß und träge waren. Eine SEG ist mit einer freiwilligen Feuerwehr vergleichbar.

Wie wird die SEG alarmiert?

Foto: O. Poppe / DRK Göhl

Wenn bei der Rettungsleitstelle ein größeres Schadensereignis gemeldet wird, der von Größe und Umfang nicht allein von den Rettungsdiensten des Kreises Ostholstein zu bewältigen ist, alarmiert die Leitstelle die SEG über digitale Funkmeldeempfänger und Telefax. Bereitschaftsintern wird hinzukommend noch per Alarm-SMS alarmiert. 
Mehr dazu erfahren Sie unter Alarmierung.

Die SEG - Nord

Übung am Strand - Foto: O. Poppe

Der Kreis Ostholstein verfügt über sieben SEGn, die bei den verschiedenen Hilfsorganisationen angesiedelt sind.
Je nach Größe des Schadens werden einzelne Einheiten oder alle alarmiert.

Zur Unterstützung des Rettungsdienstes bei Großeinsätzen im nördlichen Kreisgebiet steht die „SEG-Nord“ beim Arbeiter-Samariter-Bund Heiligenhafen und bei dem Deutschen Roten Kreuz in Göhl bereit.

Sie setzt sich aus 66 ehrenamtlich tätigen Einsatzkräften mit dem unterschiedlichsten Ausbildungsstand zusammensetzt; 32 vom ASB und 34 vom DRK (Stand: 01.04.13). Etwa die Hälfte der Gruppe wird im Einsatzfall relativ schnell am ASB-Gebäude in Heiligenhafen bzw. an der DRK-Unterkunft in Oldeburg /Holstein eintreffen. Berufliche Tätigkeiten oder Ortsabwesenheit tragen dazu bei, dass eine hundertprozentige Einsatzstärke kaum erreicht wird. 
Nicht alle Einsatzkräfte der DRK-Bereitschaft Göhl sind auch gleichzeitig in der SEG aktiv. So gibt es für einen Katastrophenfall immer noch Reserven.

Voraussetzung für die Mitarbeit in der SEG

  • Vollendung des 18. Lebensjahres,
  • Hauptwohnsitz ist nicht weiter als 15km (Luftlinie) von der Unterkunft entfernt,
  • Ausbildungsvoraussetzungen: Sanitäter (Fachdienstausbildung Sanitätsdienst), Betreuungsgrund-Lehrgang, DRK-Helferausbildung und BOS-Sprechfunker-Lehrgang
  • aktive Mitgliedschaft in einer DRK-Bereitschaft oder Mitarbeiter der DRK-Rettungswachen,
  • körperliche/gesundheitliche Eignung,
  • regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen, Übungen und Einsätzen,
  • Einweisung in die "Dienstanweisung SEG" sowie der "Alarm- und Ausrückordnung" der DRK Bereitschaft Göhl.

Wann kommt die SEG zum Einsatz?

Foto: Wissensbörse / DRK e.V.

Typische Einsatzgebiete für die SEG sind z.B.: Krankenhaus-, Altenheim- oder große Wohnkomplex- und Campingplatzbrände, Fährunglücke (Fährbahnhof Puttgarden), sowie größere Verkehrsunfälle, wie Bus- und Bahnunglücke. Eher selten, aber auch bei einer Vollsperrung der Fehmarnsundbrücke bei Sturm wird ggf. die SEG eingesetzt. Hier staut sich der Verkehrsfluss vor der Brücke für lange Zeit und die Verkehrsteilnehmer müssen mit warmen Getränken und Wolldecken versorgt werden.

Alarmierungsordnung der SEGn in Ostholstein

Foto: M. Kock / DRK Göhl

Eine Alarmierungs- und Ausrückordnung für den Landkreis Ostholstein ist bereits Anfang 2006 durch die beteiligten Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH und MHD) verabschiedet worden.
Mit Auflösung der Rettungsleitstelle Ostholstein und Übernahme der Integrierten Regionalleitstelle Süd wird sie nunmehr auch umgesetzt.
Jede örtliche SEG ist einzeln alarmierbar. Es gibt Gruppen in:

  • Heiligenhafen und Burg /Fehmarn (ASB), 
  • Göhl/Oldenburg (DRK), 
  • Neustadt (DRK), 
  • Süsel (DRK)
  • Eutin (JUH), 
  • Timmendorfer Strand (MHD) 
  • Bad Schwartau (DRK)

Eine SEG sollte bis zu zehn Verletzte versorgen können.
Demnach ist die DRK-Bereitschaft Göhl primär für die Bereiche Oldenburg, Amt Oldenburg-Land, Amt Grube und für Amt Lensahn zuständig. 
Rücken mehrere Gruppen zu einem Einsatz aus, so werden auch die Führungsgruppen aus Heiligenhafen (ASB), Eutin (JUH) oder Süsel (DRK) mit alarmiert. 
Einige SEGn sind auch in der Lage Betreuunungs- und Verpflegungs-Einsätze durchzuführen.
Eine reine Verpflegungskomponente vom DRK Stockelsdorf stellt hierbei eine Besonderheit da, denn diese Gruppe kann als Verstärkung nachgefodert werden.

Ausstattung

Foto: O. Poppe / DRK Gõhl e.V.

Zur persönlichen Schutz-Ausstattung (PSA) der SEG-Mitglieder gehört z.B. ein DIN-Feuerwehrhelm, eine rote Einsatzjacke, eine rote Einsatzhose, Sicherheitsschuhe, Arbeitshandschuhe sowie ein digitaler Funkmeldeempfänger.

Standardmäßig rückt die SEG mit zahlreichem medizinischem Equipment und Material zur Betreuung aus. Das DRK Göhl führt bei SEG-Einsätzen u.a. zahlreiche Notfallrucksäcke, Sauerstoffinhalationsgeräte, AED-Geräte, Wolldecken, Tragen, Schnelleinsatzzelte, Stromaggregate, Zeltheizungen, Beleuchtungsmaterial, Verpflegung und Getränke mit.
Die Gruppe des DRK Göhl ist somit in der Lage einen Behandlungsplatz für zehn leicht bis mittel schwer Verletzte Betroffene einzurichten. 200 Betroffen könnten mit einer warmen Mahlzeit und mit Heiß- oder Kaltgetränken verpflegt werden.

Aus Kreismitteln wurde Anfang 2008 kreisweit einheitliches Material, wie Notfallrucksäcke mit Sauerstoffinhalation, Vakuumschienen, AED-Geräte und Pulsoxymeter für die SEGn in Ostholstein angeschafft.
Im zweiten Halbjahr 2009 wurde erneut kreisweit einheitliches Material für alle SEGn in Ostholstein beschafft. Diesmal wurde Zeltbeleuchtung, Flutlichtstrahler, weitere Rucksäcke, Kennzeichnungswesten und MANV-Kisten angeschafft.
Im Jahr 2011 gab es für die SEGn 2m-Band-Handsprechfunkgeräte.
2012 wurden digitale Funkmeldeempfänger angeschafft (Alarmierung).
Jeweils zwei Spineboarde gab es für die Ostholsteiner SEGn Ende 2013.
2015 und 2016 erhielten einige SEGn einen Rettungswagen.
2017 wurden die SEGn mit diegitalen Handsprchfunkgeräten (HRT) und fest eingebauten, digitalen Funkgeräten für die Kfz ausgestattet.

Mehr zur Ausstattung finden Sie auch unter Sanitätsmaterial oder unter den einzelnen Fahrzeugen.

Einsatzfahrzeuge der SEG-Nord

Folgende Einsatzfahrzeuge stehen der SEG-Nord zur Verfügung:

  • 1 Einsatzleitwagen, ELW (ASB)
  • 3 Mannschaftstransportwagen, MTW (2x ASB, 1x DRK)
  • 4 Viertragen-Krankenwagen, KTW-4, (3x ASB, 1x DRK)
  • 3 Notfall-Krankentransportwagen, KTW Typ B (1x ASB, 2x DRK)
  • 2-5 Rettungswagen, RTW (1x ASB, 1x DRK und je nach Verfügbarkeit bis zu 4 dienstfreie vom Rettungsdienst)
  • 2 Gerätewagen Sanität (1x ASB, 1x DRK)
  • 2 Gerätewagen Betreuung-Logistik (1x ASB, 1x DRK)
  • 1 Gerätewagen-Zelt (ASB)
  • 1 PKW (ASB)
Foto: M. Kock / DRK Göhl

Im Alarmfall wird nach der im SEG-Konzept Ostholstein geltenden Alarm- und Ausrückeordnung ausgerückt.
Bei dem Alramierungsstichwort " R 0 " rücken die beiden SEGn vom ASB Heiligenhafen/Burg a.F. und DRK Göhl/Oldenburg i.H. vorzugsweise jeweils mit einem RTW und drei KTW aus. 
Ab einem " R 1 "  rückt jede SEG mit einem RTW, zwei KTW und einem GW-San aus. Je nach Lage sowie Personalverfügbarkeit auch den anderen Einsatzfahrzeugen.
Bei Betreuungs-Einsätzen rücken beim DRK die Fahrzeuge der Betreuungsgruppe zuerst aus, also der MTW und der GW-Betreuung ggf. mit der Feldküche oder dem Verpflegungs-Anhänger.
Hinzukommend kann auch, mit hauptamtlichen Rettungsdienstpersonal, ggf. dienstfreie oder Reserve-Rettungswagen der DRK-Rettungswache Oldenburg/Holstein und der ASB-Rettungswache Heiligenhafen besetzt werden. 
Die Einsatzfahrzeuge des DRK stehen alle in der Unterkunft in Oldenburg in Holstein.

Weitere Informationen ...

Die letzten SEG-Einsätze finden Sie unter
Einsätze & Fotos

Unser Partner in der SEG ist der
Arbeiter-Samariter-Bund Heiligenhafen